Ursprung der Koi              NISHIKIGOI 

Ihre Vorfahren, die Karpfen, stammen aus den Einzugsgebieten des Schwarzen, Asowschen und Kaspischen Meeres (Cyprinus carpio carpio), dem Amurbecken und Nordchina (Cyprinus carpio haematopterus), Südchina, Vietnam (Cyprinus carpio viridiviolaceus).  

Cyprinus carpio carpio

Die Haltung und Zucht von Karpfen ist in China seit ca. 2500 Jahren bekannt.

 

Das gebräuchliche Wort für Karpfen ist dort „Koi“. Die beiden Schriftzeichen
bedeuten „Fisch“ und „kultiviertes Feld“. 

Im Laufe der Zeit wandelte sich der Begriff in „Ordnen ungeordneter Dinge“, so dass die beiden Zeichen soviel wie „ Fisch mit regelmäßigen Schuppen“ bedeuten.

Außerhalb Japans und Chinas wird der Begriff „Koi“ nur für Farbkarpfen verwendet, obwohl er allgemein „Karpfen“ bezeichnet.

Zur Feier seiner Geburt soll König Shoko von Ro dem ersten Sohn des großen chinesischen Philosophen Konfuzius (ca. 551-479 v. Chr.) einen Koi geschenkt haben. Konfuzius benannte seinen Sohn nach diesem Geschenk, denn der Fisch galt als Symbol von Stärke; es hieß von ihm, er sei der einzige Fisch, der die Wasserfälle des Gelben Flusses hinauf schwimmen könne.

Um 470 v. Chr. informiert ein chinesisches Buch mit dem Titel "Yang Yu Jing" den Leser über verschiedene Methoden zur Züchtung von Koi. Zu dieser Zeit gab es nur graue oder rote Farbvarianten. Da Koi damals jedoch nur zu Nahrungszwecken gehalten wurden, spielten diese Abweichungen im Sinne einer Zierfischzüchtung noch keine Rolle.

Ein weiteres Buch „Zhuan Gu Jin Zhu“ von Jin Cui Bao (316-265 v.Chr.) beschreibt „Irogoi“ – mehrfarbige Koi.

Offensichtlich traten später die Goldfische in den Vordergrund, da Japan als Ursprungsland der Zierkarpfen gilt.

Im Zuge chinesischer Eroberungszüge gelangten Koi nach Japan und die erste schriftliche Erwähnung von Zierkarpfen, die offensichtlich im Hof des Kaisers gehalten wurde, findet sich im Jahre 200 n. Chr. Da die Schriftsprache in Japan durch Übernahme chinesischer Schriftzeichen (um 350) erst relativ spät entstand, gibt es gesicherte Aufzeichnungen erst wieder im Jahre 712 in „Hitachi Fudoki“ und 720 in „Nihon-shoki“ über Koi in Japan.

 

Der Speisekarpfen (Magoi)  und der Farbkarpfen (Nishikigoi)

genießen hohe Verehrung in Japan. Der Koi ist der Fisch des Kriegers, als Symbol für Liebe, große Stärke, Männlichkeit und Glück.

Magoi werden gern gegessen, Nishikigoi dagegen nicht. Sie fanden ihre Verbreitung erst vor ca. 200 Jahren, als großgemusterte Mutationen in der Mitte der Niigata- Präfektur, einer Bergregion auf der Hauptinsel Honshu, auftraten. Sie entstanden aus schwarzen Karpfen, welche in ca. 20 Bergdörfern der Region weitergezüchtet wurden. In Takezawa wurde 1966 ein steinernes Denkmal aufgestellt mit der Aufschrift „Heimat der Nishikigoi“.

Die Bezeichnung „Nishikigoi“ ist erst seit Ende der 50er Jahre üblich, abgeleitet von "nishiki" für Brokat. Bis dahin war es üblich, von Zier-, Farb-, Blumen-, Roten-, Gold-, Samurai- oder Musterkarpfen zu sprechen.

Die ersten 27 Niigata- Koi wurden 1914 gezeigt auf der Taisho-Ausstellung, die 7 besten erhielt Kronprinz Hiroshito.

In den nächsten Jahren züchtete man Varianten wie Ki-Utsuri, Kohaku, Sanshoku, danach folgten besonders farbenprächtige Züchtungen wie Showa-Sanshoku und Ginrin. Die intensive Züchtung wird also erst seit ca. 120 Jahren betrieben.