Krankheiten            NISHIKIGOI 

 

Im Mittelpunkt unseres Bestrebens sollte immer stehen, Haltungsbedingungen zu realisieren, die die Gefahr gesundheitlicher Schädigung minimieren.

 

Die Qualität des Futters, die allgemeine Wasserqualität, die Teichhygiene, die Besatzdichte und auch der Umgang mit den Fischen haben Einfluss auf das Wohlbefinden

der Fische und beeinflussen so auch die Widerstandskräfte gegen Erkrankung.

 

Vorbeugung beginnt beim Einkauf

 

Beim Einkauf ist es wichtig, auf Fische mit unkontrollierten Bewegungen zu achten, auch auffälliges Scheuern könnte auf Parasitenbefall deuten.

Ist die Haut gerötet (vor allem am Bauch oder an den Flossenansätzen), deutet das auf Transportstress hin, aber auch eine bakterielle Infektion ist möglich, besonders, wenn

sich bereits Beulen, Geschwüre oder Schuppensträube zeigen. Große helle Hautbeläge deuten ebenfalls auf Parasiten.

Schnappen die Fische deutlich nach Luft, die Kiemendeckel stehen ab, die Atemfrequenz ist hoch, so fehlt den Fischen Sauerstoff. Ursache können schlechte Wasserverhältnisse

aber auch Erkrankung der Kiemen bzw. deren Befall mit Parasiten sein.. Daher sollte man auch dem Wasser beim Händler Beachtung schenken, erkennen wir verstärkte Schaumbildung

oder/und schreckt allein der Geruch bereits ab, bleiben die Fische besser da.

Fallen Ihnen Fische mit eingefallenen oder hervorstehenden Augen auf und ist das untypisch für die Fischart, lassen Sie besser die Finger weg, das Selbe gilt für auffällig abgemagerte Fische.

 

 

Große Vorsicht bei Billig-Massenangeboten aus Bau- und Gartenmärkten - die teuer verkauft werden!

Teuer bedeutet nicht der Kaufpreis. Teuer wird der infizierte Teich und leider stirbt in der Regel der vorhandene Fischbestand zuerst.

 

 

 

   

 

Zu Hause sollten Sie Ihre Fische nicht gleich einsetzen, legen Sie den Beutel mit dem Fisch in das Wasser, eine Anpassung von kalt nach warm wird besser vertragen als umgekehrt.

Gesunde Koi vertragen einen Anstieg von 5°C und eine Absenkung von 3°C innerhalb von 30 min problemlos, sollte aber vermieden werden.

Besser ist eine langsamere Anpassung, da die Fische durch den Transport erheblichem Stress ausgesetzt waren.

Anschließend kann der Beutel, welcher häufig mit Sauerstoff aufgeblasen wurde, angestochen werden, um den Gasdruck abzulassen, der Beutel wird geöffnet, um das Wasser zu entgasen,

dann kann das Wasser langsam vermischt werden, ehe die Fische - idealer Weise in ein Quarantänebecken - entlassen werden können.

 

Setzen Sie lieber wenige Fische auf einmal ein und fangen Sie vorsichtig mit der Fütterung an, bieten Sie möglichst Wassertemperaturen von über 20°C

in der Quarantänezeit an. Zeigen sich die Fische vital und gesund, passen sie Sie an ihr eigentliches Umfeld an.

 

Denken Sie daran, auch wenn die Fische gleich in den Teich müssen, Vorbereitung ist das Wichtigste - also optimale Wasserqualität mit dem Filter herstellen,

Wasserentkeimung z.B. über UV -Licht senkt den Keimdruck, und nicht zu viele Fische im Neubesatz.

 

Was tun, wenn ein Fisch krank wird?

 

Wichtig ist eine exakte Diagnose, keine Medikation auf Verdacht! Dabei helfen Ihnen Fachtierärzte oder der Fischgesundheitsdienst.

 

Vorbereitend sollten Sie sich folgende Notizen machen:

 

     

 

 

 

 

Behandlung mit Salz (NaCl)

 

Salz kann nicht nur den osmotischen Stress reduzieren und den Zustand der Schleimhaut verbessern, sondern auch abhängig von der Konzentration bei der Wundheilung oder Parasitenbekämpfung unterstützend wirken.

Bei Koi ist eine möglichst stressfreie Behandlung für den Erfolg sehr wichtig. Der Einsatz von Medikamenten verursacht meist Stress und sollte nur vorsichtig erfolgen. Es bringt nichts, wenn das Medikament wirkt, der Fisch aber stirbt.

  Salzbehandlung bei        Dauer                 Menge

Ektoparasiten                    max.10Min          3 kg/100L

Wundheilung                     1-2 Wochen        1 kg/100L

Wohlbefinden                    bis 6 Monate       0,3 kg/100L    

 

 

 

 

Kiemenerkrankungen

 

Gesunde Kiemen sind kräftig rot, nicht verschleimt oder verschmutzt.

 

Kiemenschwellung / Kiemennekrose

 

An Kiemen anzutreffen sind u. a. folgende Parasiten:

Ichthyobodo necatrix (Costia)

Cryptobia sp.

Trichodina sp., Trichodinella sp.

Glossatella sp., Apiosoma sp.

Chilodonella sp.

Ichthyophthirius multifilis

Dactylogyrus sp., Pseudodactylogyrus sp. (Kiemenwürmer)

Gyrodactylus sp.

Ergasilus sp. (Kiemenkrebse)

 

Diese, aber auch Bakterien, Algen, Pilze, oder jede andere Art der Reizung führt zu vermehrter Schleimproduktion und Schwellung.

Der Schleim bildet wiederum einen idealen Nährboden, Endstadium ist die Nekrose.

 

Ist der Fisch nur leicht betroffen, kann ein Salzbad vitalisierend und entschleimend wirken. Dazu wird jod- und fluorfreies! Salz verwendet.

0,5-1 %ig , 15 bis 60 Minuten in zusätzlich belüftetem Wasserbad.

 

 

Erkrankung durch Viren

 

KHV Koiherpes

 

Tritt seit Mitte der 90er Jahre als Seuche auf, identisch mit CNGV aus Israel, es erkrankt nur Cyprinus carpio, ob andere Fische Virenträger sind, ist nicht bekannt.

 

Kaufen Sie nur aus nachweislich KHV- freien Beständen. Diese Erkrankung ist nicht effektiv behandelbar!  Meldepflichtig!

 

   
 

 

SVC Frühlingsvirämie der Karpfen

 

Meldepflichtige Seuche! Meist bei Wassertemperaturen um 15°C im Frühjahr, es konnten auch Grasfische, Hechte, Welse und Guppys infiziert werden.

Es gibt keine medikamentöse  Behandlung. Symptomatisch sind Glotzaugen, Aufblähung mit Schuppensträube, Rötungen an den Flossen und am Bauch, Blutungen in der

Haut. Nicht immer zeigen sich alle Symptome. Leicht zu verwechseln mit Bauchwassersucht. Daher häufig als infektiöse Bauchwassersucht bekannt.

 

   

 

Karpfenpocken

Bekannt seit 400 Jahren, nicht identisch mit KHV oder Pocken von Säugetieren. Sehr lange Inkubationszeit von bis zu 2 Jahren. Medikamentöse Behandlung nicht möglich.

Koipocken (Karpfenepitheliom)

 

Erkrankung durch Bakterien

Es werden Erreger unterschieden, die praktisch immer Erkrankungen auslösen und solche, die nur unter ungünstigen Umständen geschwächten Fischen gefährlich werden.

Behandlungen sind in der Regel möglich und erfolgreich, es können sich aber Resistenzen gegen verschiedene Medikamente bilden.

 

ED Karpfenfurunkulose

 

Vor allem bei steigenden Temperaturen im Frühjahr zu beobachten. Beginnend mit Rötungen an den Flossen und der Haut, meist weiß umrahmte Geschwüre der Haut,

die bis in die Leibeshöhle durchbrechen können. Glotzaugen, Apathie.

Es gibt Impfstoffe, jedoch nicht in Deutschland. Wichtig ist Hygiene, um ein Verschleppen zu verhindern und Abklärung mit einem Fachtierarzt, welche Behandlung nach

einem Resistenztest durchgeführt wird.

 

Fischtuberkulose

 

Zoonose! Hygiene ist wichtig, um sich nicht selbst anzustecken! Häufig bei Warmwasserfischen. Antibiotika meistens unwirksam!

Infektion mit Myobacterium marinum oder M. fortuitum werden über Färbemethoden schnell nachgewiesen. Meist bricht die Erkrankung erst bei verschlechterten

Umweltbedingungen aus, akut sind Glotzaugen, Schuppensträube, aufgetriebener Leib.

 

Lochsyndrom

 

Unter ungünstigen Umweltbedingungen erkranken gerade Koi häufig an Geschwüren, die im Weiteren zu Durchbrüchen der Leibeshöhle führen - "Lochsyndrom".

Häufig treten vorher Hautreizungen und Rötungen auf, es finden sich blutunterlaufene Schuppen, Glotzaugen, Bauchwassersucht, Apathie.

Abhilfe schaffen Immunstärkung und strikte Ruhe der Fische, optimale Hälterung und Hygiene, Antibiotika nach Absprache mit dem Fachtierarzt.

 

Flossenfäule / bakterielle Kiemenschwellung

 

Myxobakterien fallen häufig dadurch auf, das die Flossen hell werden, zerfransen und abfaulen. Die bakterielle Kiemenschwellung ist meist Folge von verschmutztem Wasser,

es stellt sich Atemnot ein. Strikte Hygiene, Herstellung optimaler Haltungsbedingungen, Resistenztests und sich daraus ergebende Desinfektiva führen schnell zur Verbesserung.

 

 

 

Parasiten

 

Die Umwelt unserer Koi enthält die verschiedensten Parasiten, so dass es zu klären gilt, wie gefährlich der Parasit dem Fisch werden kann. Das ist vom Alter des Fisches

genauso abhängig, wie von seiner Herkunft (z. B. Importfisch), seinem Gesundheitsstatus und den Umweltbedingungen, in denen er lebt.

Grundsätzlich ist abzuklären, um welchen Parasiten es sich handelt, ob er im Teich behandelt werden kann oder nur in einem separaten Becken.

 

Protozoen

 

Costia necator ( Ichthyobodo necator) kann nur am Fisch überleben, im freien Wasser überlebt Costia ca 1 Stunde, kann der Fisch in einem separaten Becken bei sehr

guter Belüftung und Temperaturen von ca. 30°C mindestens 1 Stunde gehältert werden, erübrigen sich meist andere Maßnahmen. Costia ist immer ein Schwächeparasit,

es sind entsprechend optimale Hälterungsbedingungen herbeizuführen. Costia kann aus heimischen Gewässern, z. B. über Wasservögel eingeschleppt werden.

 

Trichodina

 

Koi werden fast immer von Trichodina spp. und Trichodinella spp. befallen. Einschleppung häufig über Wasserpflanzen und Lebendfutter. Es können leichte

Kiemenschwellungen und Hauttrübungen auftreten, bei Jungfischen Scheuern, bei geschwächten Tieren auch starker Befall. Hälterung überprüfen!

Medikamente gegen Hauttrüber einsetzen.

 

Chilodonella

 

Meist an Kiemen und der Haut, Schwächeparasit. Es fallen weißliche oder bläuliche Hautverfärbungen auf, auch Atembeschwerden.

Ausnahme: Bei Japan - Importen reicht Stress, die Koi werden regelrecht aufgefressen, da die Parasiten dort anscheinend nicht vorkommen.

Hälterung überprüfen! Medikamente gegen Hauttrüber einsetzen. Keine prophylaktischen Behandlungen um Resistenzen zu verhindern!

 

Ichthyophthirius multifilis

 

Bekannt als Weißpünktchen - oder Grieskörnchen - Krankheit, tritt vor allem in der warmen Jahreszeit auf, in Forellenzuchten aber auch bei 4°C!

Massenbefall fällt durch weiße Pünktchen auf, extremer Juckreiz, starke Schleimbildung ( weiße Platten auf der Haut), Atemnot, Futterverweigerung, Apathie.

Hygiene wegen der Verschleppung sehr wichtig,

Zeitige Behandlung ist erforderlich, bei 25°C in 3-tägigem Abstand 3x, kältere Temperaturen erfordern eine längere Behandlung, Medikation über Bäder und Futtermittel.

Zur Prophylaxe und Therapie erweisen sich Salzdauerbäder von 1g/l als geeignet.

 

Hexamita

 

Im Darm auftretende Flagellaten wie Hexamita und Spironucleus fallen durch lange weiße Kotfäden, die den Brutfischen aus dem After hängen, auf.

Gut genährte Fische haben mit den Parasiten kein Problem, Hexamita kann sich bei Salmoniden jedoch auch in die Gallenblase und den gesamten

Körper ausbreiten. Einschleppung vermutlich durch Amphibien.

Wichtig ist Stabilisierung des Immunsystems des Fisches.

 

Trypanosomen

 

Blutflagellaten wie T. carassi sind bei einheimischen Karpfen häufig. Bei starkem Befall können Anämien auftreten.

 

 

Kokzidien

 

Es gibt allein über 200 Eimeria -Arten, sie können die Gewebekokzidiose der einheimischen Karpfen hervorrufen.

 

Mikrosporidien / Myxosporidien

 

Sie rufen diverse Kiemen-, Haut- und Organerkrankungen hervor. Die Schwimmblasenentzündung SBE wird durch Spaerospora renicola verursacht.

 

Helminthosen

Bei Koi verursachen Dactylogyrus und Gyrodactylus die größten Probleme, da sie gegen die meisten Wirkstoffe resistent sind.

 

Dactylogyrus spp. (Kiemenwürmer) fallen einem auf, weil die Fische im sauerstoffreichen Wasser stehen und nach Atem ringen, da die Kiemen verschleimt sind.

Über einen Abstrich der Kiemen kann der Befall nachgewiesen werden. Die Infektion findet vermutlich über Parasiteneier statt, welche auch in das Filtermaterial

gelangen können!

Behandlung nach Anweisung des Fachtierarztes, da die Eier nicht abgetötet werden, ist Nachbehandlung erforderlich, Resistenzen beachten!

Der geleerte Teich kann mit Chlorkalk desinfiziert werden, was auch Eier tötet.

 

Gyrodactylus salaris ist in der Fischseuchenrichtlinie erfasst. Gyrodactylus ist lebendgebärend und verursacht Schleimhautschäden, wobei sich die Haut grau

verfärbt und die gesamte Schleimhaut aufgefressen werden kann. Bei Kiemenbefall kommen Atemstörungen hinzu, ein Hautabstrich kann den Befund abklären.

Behandlung nur nach Absprache mit dem Fischgesundheitsdienst, um Resistenzen zu verhindern!

Saugnapfwürmer finden sich in der Muskulatur, in inneren Organen, dem Blut, auf der Haut und in den Kiemen.

Koi in Naturteichen können Zwischenwirt von Diplostomum spathaceum und Endwirt von Sanguinicola sp. sein, durch beseitigen der Schnecken wird der Zyklus unterbrochen.

Fische können Zwischen- und Endwirt der Bandwürmer sein. Nur der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) kann auf den Menschen übertragen werden.

Selten kommt es zu einer Entzündung der Darmschleimhaut und Schwächung des Fisches, Zwischenstadien können auch in den Muskeln zu finden sein.

Behandlung erfolgt durch Futtermedikation auf Anweisung des Fachtierarztes.

Treten bei Koi kaum auf, eher bei Kaltwasserfischen im Naturteich, werden wie Bandwürmer behandelt.

Man entdeckt den Befall meist durch 1 mm große Knötchen in der Haut, den Muskeln und Organen (Schwarzfleckenkrankheit). Im Knötchen sitzt die Larve,

die erwachsenen Nematode ist im Darm anzutreffen, aber auch in der Schwimmblase. Bei Koi kaum vorhanden, bei Massenbefall mehrmalige Behandlung

nach Anweisung des Fischgesundheitsdienstes.

Fischegel wie Piscicola geometra kommen bei Koi kaum vor. Vorbeugung mit Teichdesinfektiva!

 

Copepoda

 

Gelegentlich bei Koi zu finden ist der Kiemenkrebs (Ergasilus spp.), erkennbar als weiße Punkte auf den Kiemen. Herbstteichdesinfektion schafft Abhilfe,

bei akutem Befall wenden Sie sich an Ihren Tierarzt.

Ankerwürmer dringen tief in die Muskeln ein, das mit Eiersäcken behängte Hinterteil hängt aus dem Fisch heraus. Bei warmem Wasser vermehren sie sich schnell,

verursachen Schleimhautschäden, Schuppenverluste, Lochsyndrom, Anämien.

Quarantäne, Hygiene, Teichdesinfektion sind wichtig als vorbeugende Maßnahme! Mitunter helfen Salzbäder oder Absammeln, leider ist Lernaea gegen viele Mittel resistent!

 

Branchiura

Karpfenläuse sind der häufigste Parasit bei uns, sie haften sich am Fisch fest um Gewebsflüssigkeit und Blut zu saugen, dabei bilden sich deutliche Fraßspuren

auf dem Fisch. Meist beobachtet man den Befall vom Frühjahr bis zum Herbst, die Gefahr von Sekundärinfektionen ist groß, kleine Fische können durch den

giftigen Einstich sterben. Einschleppung über Neubesatz, Lebendfutter, Wasservögel und Pflanzen. Mehrfachbehandlung nach Absprache mit dem Fischgesundheitsdienst

im Bad nicht über 20°C. Vorbeugung durch Quarantäne und Teichdesinfektion!

 

 

 

Pilze

 

Saprolegnia

 

Wasserpilze leben von faulendem Material tierischen Ursprungs. Der Befall erfolgt als Sekundärinfektion oder bei absterbenden Gelegen und ist an den wattebauschartigen

Gebilden zu erkennen.

Es muss die Haltung überprüft werden, Fische in guter Kondition erkranken nicht! Kochsalzbäder und farbstoffhaltige Bäder schaffen Abhilfe.

 

 

 

 

Branchiomykose

 

Kiemenfäule wird meist durch Branchiomyces sanguinis oder B. demigans verursacht, karpfenartige sind besonders empfänglich.

Die Kiemen färben sich rotbraun, sind nekrotisch, Fische verweigern Futter, sind apathisch. Meist im organisch stark belasteten Teich über 20°C.

 

Es müssen dringend die Haltungsbedingungen optimiert werden, Kupfersulfatbäder sind möglich, aber gefährlich für den Fisch.

 

Dermocystidium koi

 

Dieser Pilz kommt nur bei Koi und Goldfischen vor, befallene Fische werden schnell unansehnlich, bekommen weißgraue Zysten bis 20mm auf der Haut.

Medikation nicht möglich, nur Vorbeugung durch Quarantäne und Teichdesinfektion nach Trockenlegung der Anlage vor Neubesatz.

 

 

 

Ichthyophonus hoferi

 

Erreger der Taumelkrankheit der Forellen, Symptome ähnlich der Fischtuberkulose. Häufig bei Meerwasserfischen, aber auch Forellen und Koi u. a.

Auffällig sind insektenstichartige Veränderungen der Haut, Organveränderungen. Vermutlich infiziert über Fischabfälle, welche gefüttert wurden.

Behandlung unbekannt.

 

 

 

SBE Schwimmblasenentzündung

 

Symptome: Koi sinken zu Boden, hängen schräg oder senkrecht im Wasser, taumelnde Schwimmbewegungen

Bei Brut meist Sporozoeninfektion (Spaerospora renicola) - Tubifex ist der Zwischenwirt, meist im Naturteich im 1. Sommer.

Ältere Koi meist im Herbst, wenn das Wasser abkühlt (Schwimmblasenerkältung), anscheinend genetische Neigung, da häufig bei Kumonryu- Farbschlägen.

Behandlungsversuche der Brut möglich, es entsteht jedoch Immunität, Teichpflegemaßnahmen als Vorbeugung gegen Tubifex.

Behandlung Schwimmblasenerkältung 0,3% Salzdauerbad bei 26°C, Tiere nicht in unbeheizte tiefe Becken einsetzen.

 

Laichverhärtung

 

Meist Tiere ab 6 Jahre, welche noch recht großen Körperumfang bei plötzlich einsetzenden kalten Temperaturen haben, es folgen Futterverweigerung und schneller Tod.

Seltener im Sommer, wenn Laich nicht abgesetzt werden konnte, Bauchumfang steigt an, Afterpapille tritt hervor, Blutungen im Bauchbereich.

Ursache können Missbildungen, Tumore, falsche Hormonbehandlungen, Verfettung, Fehlernährung (Seidenraupenmast) etc sein.

Es gilt die Hälterungsbedingungen optimal zu gestalten, plötzliche Abkühlung des Wassers zu verhindern und medizinische Abklärung von organischen Ursachen.

Operation ist oft einzige Abhilfe.

 

Hodenerkrankungen

 

Kaum bekannt.

 

Bauchwassersucht / Glotzaugen

 

Der Koi wirkt wie ein Tannenzapfen, Doitsu fallen eher wegen Glotzaugen und Verdickung hinter dem Kopf auf, in extremen Fällen ist auch der Kopf so aufgetrieben,

das der Fisch das Maul nicht mehr schließen kann.

Häufig durch Nierenfunktionsstörungen, Ursache können Infektionen sein durch Bakterien, Sporozoen, unsachgemäßer Antibiotikaeinsatz, Tumore etc.

Stoffwechselentlastung mit Dauersalzbad 0,3 - 0,5%, dringend zum Fachtierarzt!

 

 

 

 

Tumore

 

Es gibt diverse Tumorerkrankungen beim Koi, ob Organe, Muskulatur, Skelett oder Haut. Abklärung kann nur durch den Fachtierarzt erfolgen, da besonders Tumore

der Haut häufig durch Viren hervorgerufen werden.

 

 

 

 

Anorexie

 

Futterverweigerung

Mängel in der Wasserqualität, z.B. nach Algenvernichtung sinkt der Sauerstoffgehalt, zu hohe Ammoniak- oder Nitritwerte, Filterausfall? Überfütterung?

Dringend Hälterung optimieren, eventuell Kochsalzbad, Ammoniakstau abbauen durch 1 Woche ohne Fütterung.

Benötigt einige Zeit zur Besserung.

Appetitsteigerung mittels Salzbad, Ursachen klären (Parasiten, Infektion), auch Insektenstiche im Sommer, die das Maul innen schwellen lassen, Fremdkörper im Maul?

Schlundzähne zu groß?

Therapie je nach Erkrankung durch den Tierarzt, große Schlundzähne werden von selbst abgestoßen, bis dahin Weichfutter (Nudeln, Reis, aufgeweichtes Futter) geben,

bei starken Kiemenschäden an KHV denken und abklären lassen.

 

Gasblasenkrankheit (gas bubble disease)

 

Ähnelt der Taucherkrankheit und entsteht durch Gasübersättigung des Wassers oder wenn Blut und Gewebe des Fisches mit Gas übersättigt sind. Ursache ist meist eine

Stickstoffübersättigung, seltener durch Sauerstoff oder Kohlenstoff verursacht.

Symptome bei einem Gasgesamtdruck von deutlich über 100 % (Sauerstoff 250 %) sind Blasen an den Seitenlinien, mikroskopisch kleine Gasbläschen in den Kiemen,

auch unter der Haut und in den Flossen können Blasen auftauchen, im Extremfall treten Glotzaugen auf. Gasembolien im Blut führen zum Tod.

 

 

 

 

 

 

Erkältung

 

Unter 5°C können Schleimhautverdickungen auftreten, der Fisch liegt am Boden. Idealer Weise fallen die Teichtemperaturen nur um 1-2°C pro Tag ab, sollte eine plötzliche

Abkühlung nicht zu verhindern gewesen sein, den Koi im gesonderten Becken mit 0,3% Salz im Wasser langsam (2-3°C) erwärmen.